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Gemeinsames Engagement nach Ölunfall in den Thürer Wiesen

Bereits wenige Tage nach dem Ölunfall auf der B262 erreichte uns die Nachricht, dass die Wildvogelstation Kirchwald in den Thürer Wiesen nach Tieren sucht, die unmittelbar unter den Folgen des Unfalls leiden. Auf der sogenannten Verbindungsspange kam es am Vormittag des 21. Februar 2025 zu einem Unfall eines Tanklasters, infolgedessen mehrere tausend Liter Heizöl über die Straßenentwässerung zunächst in ein Regenrückhaltebecken und dann teilweise über den Thürer Bach in das Feuchtgebiet Thürer Wiesen gelangten.

 

Unaufgefordert machten sich Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer der Wildvogelstation in Wathosen und mit Keschern auf den Weg ins Feuchtgebiet, um tote oder verletzte Tiere zu bergen und nach Möglichkeit in der Station gesund zu pflegen. Die Wetterbedingungen waren insbesondere in den ersten Tagen alles andere als angenehm: Es war feucht, kalt und windig. Ausrüstungsgegenstände, um in den Sumpf zu gelangen, mussten über Nacht am Wegesrand gelagert werden. Wir konnten kurzfristig einen Bauwagen organisieren und haben die zahlreichen Helfer, die in den kommenden Tagen verschiedenen Aufrufen gefolgt waren, täglich mit Kaffee, Lebensmitteln und Nervennahrung versorgt.

 

Was alle Helfer im Sinne des Tierwohls geleistet haben, verdient den allergrößten Respekt. Bei Temperaturen deutlich unter 10°C hüfttief in ein mit Öl verseuchtes Gewässer zu steigen, um Tiere zu retten, macht man nicht einfach mal so. Egal ob unter der Woche oder am Wochenende – von der Wildvogelstation und allen freiwilligen Helfern wurde Freizeit und Energie geopfert, um das zu erledigen, was vielen anderen Augen nicht aufgefallen oder bewusst war.

 

Die Rettungsmaßnahmen mussten mittlerweile abgeschlossen werden, um die Ruhe, die das Gebiet jetzt braucht, nicht über die Verhältnisse hinaus zu stören. Wathosen, Kescher und alles nötige Material wurden gereinigt und versorgt. Der Bauwagen wurde ausgeräumt und wieder eingemottet.

 

Während der Zeit am Straßenrand der L113 haben sich viele herzliche und freundschaftliche Verbindungen ergeben, die bei jedem sicher lange und nachhaltig nachwirken werden.

Wir hoffen, dass jetzt ein guter Regenerationsprozess einsetzt und die Folgeschäden für Fauna und Flora keine langfristigen negativen Auswirkungen haben. Jetzt gilt es, die Fehler der Vergangenheit zu betrachten, den Unfall und die Folgen politisch aufzuarbeiten sowie sich den Veränderungen der letzten Jahrzehnte noch besser anzupassen und Vorsorge zu treffen. Rechtfertigungen, Schuldzuweisungen, Totschlagsargumente und Ausreden sind jetzt nicht angebracht. Politik und Verwaltung müssen transparent und nach vorne gerichtet mit allen Beteiligten gute Lösungen erarbeiten und umsetzen.


Unter https://www.wpskirchwald.de/spenden findet ihr Infos wie ihr Spenden an die Wildvogelstation Kirchwald richten könnt.

 

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